Energie Tipps

Strom Sparen im Homeoffice: Die Besten Tipps

Dein Laptop läuft acht Stunden. Der Monitor daneben auch. Der Router sowieso, rund um die Uhr. Und die Kaffeemaschine? Mindestens zweimal am Tag.

Wer regelmäßig von Zuhause arbeitet, zahlt dafür. Laut Check24 steigen die Stromkosten im Homeoffice um 25 bis 43 Cent pro Arbeitstag. Klingt wenig. Auf 220 Arbeitstage hochgerechnet sind das bis zu 94 Euro, die zusätzlich auf deiner Stromrechnung landen. Und das ist eine konservative Schätzung — mit Desktop-PC, zwei Monitoren und Laserdrucker kommst du schnell auf das Doppelte.

Die gute Nachricht: Du kannst diese Kosten spürbar senken, ohne deine Arbeitsweise komplett umzukrempeln. In diesem Tutorial gehen wir Gerät für Gerät durch dein Homeoffice. Nach jedem Schritt weißt du, wo der Strom verschwindet und was du dagegen tun kannst. Die meisten Maßnahmen kosten dich keinen Cent, manche sogar nur fünf Minuten.

Bevor du loslegst: Deine Ausgangslage verstehen

Du brauchst nur zwei Zahlen. Erstens: deinen aktuellen Strompreis pro Kilowattstunde. Den findest du auf deiner letzten Stromrechnung oder im Kundenportal deines Anbieters. Anfang 2026 liegt der Durchschnitt in Deutschland bei rund 37 Cent pro kWh für Bestandskunden. Neukunden zahlen deutlich weniger — im Schnitt zwischen 23 und 28 Cent.

Zweitens brauchst du eine grobe Übersicht, welche Geräte an deinem Arbeitsplatz laufen. Schreib sie auf. PC oder Laptop, Monitor (einer oder zwei?), Router, Drucker, Schreibtischlampe, Kaffeemaschine. Mehr ist es meistens nicht.

Wer es genau wissen will, besorgt sich ein Energiekostenmessgerät für 15 bis 25 Euro. Das Ding kommt zwischen Steckdose und Gerät und zeigt dir den Verbrauch in Echtzeit. Kein Muss, aber hilfreich.

Schritt 1: Vom Desktop-PC zum Laptop wechseln (oder den PC drosseln)

Der größte Stromfresser im Homeoffice ist fast immer der Computer. Ein Desktop-PC mit externer Grafikkarte zieht 100 bis 300 Watt — je nachdem, was du damit machst. Ein Laptop? Zwischen 20 und 50 Watt. Das ist ein Unterschied um den Faktor fünf.

Rechnen wir das durch. Ein PC mit 150 Watt Durchschnittsverbrauch, acht Stunden am Tag, 220 Arbeitstage im Jahr, bei 37 Cent pro kWh: das sind 97,68 Euro. Ein Laptop mit 40 Watt unter gleichen Bedingungen: 26,05 Euro. Du sparst über 70 Euro im Jahr, nur durch den Gerätewechsel.

Falls du keinen Laptop nutzen kannst oder willst: Prüfe die Energieoptionen deines PCs. Windows bietet unter Einstellungen > System > Energie und Akku verschiedene Modi an. Der Modus „Beste Energieeffizienz" drosselt die Leistung, aber für Office-Arbeit, E-Mails und Videokonferenzen reicht das völlig.

Bei macOS findest du die Einstellungen unter Systemeinstellungen > Batterie (MacBook) oder Systemeinstellungen > Energie sparen (iMac). Aktiviere „Automatische Grafikumschaltung", falls dein Mac eine dedizierte GPU hat.

Kurze Nebenbemerkung: Bildschirmschoner sparen keinen Strom. Im Gegenteil. Sie lasten die Grafikkarte aus und treiben den Verbrauch hoch. Schalte den Monitor lieber ab. Dazu kommen wir im nächsten Schritt.

Schritt 2: Den Monitor richtig einstellen

Monitore verbrauchen zwischen 20 und 130 Watt, abhängig von Größe, Technologie und Helligkeit. Ein typischer 27-Zoll-Monitor liegt bei etwa 30 bis 50 Watt im Normalbetrieb.

Drei Dinge kannst du sofort tun:

Helligkeit runter. Die meisten Monitore stehen ab Werk auf 80 bis 100 Prozent Helligkeit. Das ist in Innenräumen zu viel. Reduziere auf 40 bis 60 Prozent. Die Ersparnis beträgt je nach Modell 20 bis 40 Prozent des Monitorverbrauchs, und deine Augen danken es dir ebenfalls.

Automatischen Standby aktivieren. Stelle ein, dass der Monitor nach 5 Minuten Inaktivität in den Standby geht. Unter Windows: Einstellungen > System > Energie und Akku > Bildschirm und Energiesparmodus. Unter macOS: Systemeinstellungen > Sperrbildschirm.

Zweiten Monitor bewusst einsetzen. Zwei Monitore zu betreiben verdoppelt den Monitorstromverbrauch und zwingt deine Grafikkarte zu mehr Arbeit. Brauchst du den zweiten Bildschirm den ganzen Tag? Oder könntest du ihn für bestimmte Aufgaben ausschalten? Fünf Stunden statt acht Stunden am zweiten Monitor spart bei einem 50-Watt-Gerät rund 12 Euro im Jahr.

Kein riesiger Betrag einzeln betrachtet. Aber solche Posten summieren sich.

Schritt 3: Standby-Verbrauch eliminieren

Standby ist der stille Dieb. Dein PC im Ruhezustand, der Drucker im Bereitschaftsmodus, das Ladegerät ohne Laptop, der Monitor im Soft-Off — sie alle ziehen Strom. Einzeln wenig, zusammen spürbar.

Ein Laserdrucker im Standby verbraucht 10 bis 50 Watt. Ein Router zwischen 6 und 12 Watt, rund um die Uhr. Ladegeräte ohne angeschlossenes Gerät ziehen 0,1 bis 0,5 Watt — vernachlässigbar, aber es geht ums Prinzip.

Die Lösung ist einfach und kostet unter 10 Euro: Eine Mehrfachsteckdose mit Kippschalter. Schließe alle Geräte deines Arbeitsplatzes an eine einzige Steckdosenleiste an. Feierabend? Schalter umlegen. Fertig.

Ausnahme: Den Router solltest du nicht täglich vom Strom nehmen, wenn du keinen Grund dafür hast. Viele Router brauchen nach dem Neustart Zeit für den Verbindungsaufbau, und die Firmware-Updates laufen oft nachts. Aber du kannst in der Fritz!Box oder deinem Router-Interface eine Zeitsteuerung aktivieren. WLAN von 23 Uhr bis 6 Uhr automatisch abschalten. Das spart zwar nicht die Welt, aber jede kWh zählt.

Du merkst den Standby-Verbrauch an einem simplen Test: Schalte alle Geräte ab, die du nicht brauchst, und schau auf deinen Stromzähler. Dreht er sich noch? Dann zieht irgendwas Strom.

Schritt 4: Beleuchtung umstellen

Falls in deinem Arbeitszimmer noch Halogenspots oder gar Glühbirnen hängen: Wechsel auf LED. Eine LED mit 12 Watt liefert etwa 1.000 Lumen — vergleichbar mit einer 75-Watt-Glühbirne. Du sparst also 63 Watt pro Lampe.

Drei LED-Lampen à 12 Watt über acht Stunden verbrauchen 0,288 kWh pro Tag. Bei 37 Cent pro kWh sind das rund 10,7 Cent am Tag, etwa 23,50 Euro im Jahr. Drei Glühbirnen à 75 Watt? 1,8 kWh pro Tag, 146,52 Euro im Jahr. Der Unterschied: über 120 Euro.

Auch bei LED lohnt es sich, das Tageslicht mitzunehmen. Stelle deinen Schreibtisch nah ans Fenster, wenn du die Möglichkeit hast. Im Sommer kannst du tagsüber oft komplett auf künstliches Licht verzichten.

Schritt 5: PC Stromverbrauch reduzieren durch Software-Einstellungen

Dein Betriebssystem bietet eine ganze Reihe von Energiesparfunktionen, die ab Werk oft deaktiviert sind. Hier die wichtigsten.

Unter Windows 11 gehst du in Einstellungen > System > Energie und Akku. Setze „Gerät nach Inaktivität in den Energiesparmodus" auf 10 Minuten. Unter Bildschirm ausschalten nach stellst du 5 Minuten ein. Falls du einen Desktop-PC mit dedizierter Grafikkarte hast: Öffne die Nvidia- oder AMD-Systemsteuerung und schalte das Energiemanagement auf „Optimale Leistung" statt „Maximale Leistung". Das drosselt die GPU, wenn sie nicht gebraucht wird.

Unter macOS findest du unter Systemeinstellungen > Energie sparen die Option „Ruhezustand des Computers nach X Minuten Inaktivität". Stelle das auf 10 bis 15 Minuten. Aktiviere außerdem „Festplatten nach Möglichkeit in den Ruhezustand versetzen".

So prüfst du, ob die Einstellungen greifen: Lass deinen Rechner zehn Minuten in Ruhe. Der Bildschirm sollte sich nach fünf Minuten abschalten, der PC nach zehn Minuten in den Ruhezustand gehen. Wenn beides passiert, hast du alles richtig gemacht.

Browser-Tabs übrigens. 30 offene Tabs in Chrome fressen RAM und CPU-Leistung. Je mehr dein Prozessor arbeitet, desto mehr Strom verbraucht er. Schließ, was du nicht brauchst. Oder nutze eine Erweiterung wie „The Great Suspender" (für Chromium-Browser), die inaktive Tabs automatisch pausiert.

Schritt 6: Energie Sparen beim Heizen und Kühlen im Arbeitszimmer

Strom ist nicht die einzige Energiequelle, die im Homeoffice kostet. Aber sie spielt auch beim Heizen und Kühlen eine Rolle — und das wird oft übersehen.

Elektrische Heizlüfter sind die teuersten Wärmequellen überhaupt. Ein 2.000-Watt-Heizlüfter, vier Stunden am Tag, 120 Heiztage im Jahr: 355 Euro. Für ein Gerät, das einen einzigen Raum warm hält. Wenn du die Möglichkeit hast, heize über deine Zentralheizung statt über den Heizlüfter. Und dreh die Temperatur im Arbeitszimmer auf 20 Grad statt 22. Die zwei Grad weniger sparen rund 12 Prozent Heizenergie.

Im Sommer gilt: Ventilator schlägt Klimaanlage. Ein Tischventilator braucht 30 Watt. Eine mobile Klimaanlage 450 bis 700 Watt — also 15 bis 23 Mal so viel. Lüfte morgens stoß, wenn die Luft noch kühl ist, und dunkle die Fenster danach ab.

Schritt 7: Router und WLAN optimieren

Der Router läuft 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Bei einem Verbrauch von 10 Watt sind das 87,6 kWh pro Jahr — bei 37 Cent macht das 32,41 Euro. Keinen gewaltigen Betrag, aber vermeidbar teuer, wenn der Router veraltet ist.

Moderne Router verbrauchen 6 bis 8 Watt. Ältere Modelle gehen bis 20 Watt. Falls dein Router älter als fünf Jahre ist, könnte sich ein Wechsel lohnen — nicht nur wegen der Stromkosten, sondern auch wegen besserer WLAN-Leistung und Sicherheitsupdates.

Schalte Funktionen ab, die du nicht brauchst. Gastzugang, wenn kein Besuch da ist. DECT-Basis, wenn du kein Festnetztelefon nutzt. USB-Anschlüsse am Router, wenn nichts angeschlossen ist. Jede deaktivierte Funktion spart ein paar Watt.

Häufige Probleme und Lösungen

Der PC braucht zu lange, um aus dem Ruhezustand aufzuwachen. Das passiert bei älteren Rechnern mit mechanischer Festplatte (HDD). Eine SSD verkürzt die Aufwachzeit auf wenige Sekunden. Falls ein Hardware-Upgrade nicht in Frage kommt: Stelle den Ruhezustand auf „Standby" statt „Ruhezustand (Hibernate)". Standby behält den Arbeitsspeicher aktiv und wacht schneller auf, verbraucht dafür minimal mehr Strom im Schlafmodus.

Die Videokonferenz ruckelt im Energiesparmodus. Manche Energieeinstellungen drosseln den Prozessor so stark, dass Zoom oder Teams stocken. Lösung: Wechsle vor dem Meeting kurz in den Modus „Ausbalanciert" oder „Hohe Leistung" und danach zurück auf „Beste Energieeffizienz". Unter Windows geht das mit zwei Klicks auf das Batteriesymbol in der Taskleiste.

Die Steckdosenleiste ist voll. Kauf dir eine zweite. Ernsthaft. Eine gute Leiste mit Überspannungsschutz und Kippschalter kostet 15 Euro und hält Jahre. Trenne Arbeitsgeräte (PC, Monitor, Drucker) von Dauerverbrauchern (Router, NAS). So kannst du den Arbeitsplatz abschalten, ohne das Netzwerk zu kappen.

Was du jetzt tun kannst

Du hast jetzt eine vollständige Anleitung, um deine Homeoffice Stromkosten zu senken. Die wirksamsten Hebel: Laptop statt Desktop (70+ Euro Ersparnis), Standby konsequent eliminieren (20 bis 40 Euro), und Beleuchtung auf LED umstellen (bis zu 120 Euro, falls noch Glühbirnen im Einsatz sind).

Fang mit einem Gerät an. Heute. Nicht morgen. Stell die Bildschirmhelligkeit runter, aktiviere den Energiesparmodus, und kipp die Steckdosenleiste nach Feierabend ab. In einer Woche hast du ein Gefühl dafür, wie viel weniger dein Arbeitsplatz verbraucht.

Und falls du deinen Stromtarif schon länger nicht geprüft hast: Tu das als nächstes. Bestandskunden zahlen Anfang 2026 im Schnitt 37 Cent pro kWh. Neukundentarife liegen bei rund 23 bis 28 Cent. Der Anbieterwechsel dauert 15 Minuten und bringt bei 4.000 kWh Jahresverbrauch bis zu 156 Euro Ersparnis. Mehr als jeder einzelne Tipp in diesem Artikel.